PRESSE
Markus Wilks, Kreiszeitung, 20.09.2024
Doch bei der „Turandot“-Premiere war von dem Trubel nichts zu spüren, keiner der Beteiligten nutzte den Abend, um konträre Positionen deutlich zu machen oder auf die Probleme hinzuweisen. So konnte man fast wie bei einer „normalen“ Premiere ein erstklassiges Orchester erleben (viele tolle Soli, ein Sonderlob für die weich spielenden Blechbläser), das Noch-GMD Marc Niemann differenziert und gekonnt zu führen verstand. Die impressionistischen Klänge wurden ebenso vorzüglich realisiert wie die dissonanten Zuspitzungen und die wunderschönen Puccini-Melodien. Ob dem Intendanten und den verantwortlichen Kulturpolitikern bewusst ist, welche Perle hier gerade zur Disposition steht?
Susanne Schwan, Nordsee-Zeitung, 15.09.2024
Was Dirigent Marc Niemann und das Philharmonische Orchester aus der voluminösen, oft schwülstigen, krachenden, mal jazzig schlierenden, mal duftig-schwebenden Harmonik Puccinis an instrumentalen Klangfarben-Finessen herausmodellieren, ist traumhaft.
Doch selbst im wuchtigsten orchestralen Tutti bleibt die Dynamik noch so ausbalanciert, dass es die Singenden nicht zukleistert, sondern ihnen Raum zum Überstrahlen lässt.
Wolfgang Denker, Weser Kurier, 15.09.2024
Und Marc Niemann am Pult des Philharmonischen Orchesters Bremerhaven musiziert einerseits so wuchtig und andererseits so fein differenziert, dass keine Wünsche offenbleiben. Seine dynamische und stimmige Interpretation macht einmal mehr deutlich, zu welchen Höchstleistungen ein kleines Haus wie Bremerhaven fähig ist.
Susanne Schwan, Nordsee-Zeitung, 28.08.2024
Thomas Birkhahn, Nordsee-Zeitung, 20.06.2024
Hans Winterberg Symphonischer Epilog
Niemann und sein Orchester spielen die spannungsgeladene Rhythmik mit unerbittlicher Härte, stimmten aber auch mit großem Ton einen Klagegesang an, der sich jedoch nie in Verzweiflung verliert. Das Unsagbare das Erlebten lässt sich auch in Tönen nur andeuten.
Anton Bruckner Sinfonie Nr.5
Aber Dirigent und Orchester bringen die Größe dieser Musik an diesem Abend voll zur Geltung. Sie lassen die Musik atmen und geben den großen Spannungsbögen genügend Raum. Das Erhabene, Feierliche kommt ebenso zum Ausdruck wie der "kauzige" Bruckner, dessen verschrobene Gedankengänge sich immer wieder dazwischenschieben.
Niemann lässt seine Streicher mal matt schimmern, dann wieder kraftvoll leuchten. Das Blech spielt die choralartigen Passagen mit großem Glanz.
Er dosiert die großen Steigerungen dieser Musik sehr klug und lässt nicht bei jedem Forte die Wände des Stadttheaters erzittern, sondern konzentriert die Lautstärke auf wenige Höhepunkte, die dann umso mehr unter die Haut gehen.
Susanne Schwan, Nordsee-Zeitung, 06.05.2024
…was das opulent walzernde, wispernde, polternde, singende, mit leichter Hand Klänge malende Philharmonische Orchester unter Generalmusikdirektor Marc Niemann auf die Bühne bringen, ist traumhaft.
Sebastian Loskant, Weser Kurier, 06.05.2024
…mehr noch als die Szenerie sorgt indes die musikalische Seite dafür, dass dieser Abend zum Ereignis wird. Das Philharmonische Orchester bietet eine Glanzleistung, die keine Konkurrenz fürchten muss. Was hier mangels des großen Streicherapparats an Wiener Schmalz und Schmelz fehlen mag, wird durch eine kammermusikalisch straffe Interpretation mehr als wettgemacht. Musikalische Querbezüge werden deutlich, zumal Generalmusikdirektor Marc Niemann auf drängende Dramatik setzt.
Daniel Meyer-Dinkgräfe, Seen and Heard International, 04.05.2024
The music was of course part of that core. A conductor who seeks to unify the music Strauss composed for this opera faces an insurmountable challenge, simply because the unity here lies in its very diversity. Marc Niemann must have understood this, because he supported and led the exuberance of the action on stage, both in intimate and in crowded scenes, with the music … In all those and many more of the nuances, Niemann drew from the orchestra a sense and a sound of exuberance: the orchestra was celebrating the music and its own ability to render the music in the intended way.
Markus Wilks, Kreiszeitung Wesermarsch, 10.05.2024
Generalmusikdirektor Marc Niemann gelang in der umjubelten Premiere eine ideale Balance zwischen kammermusikalischer Leichtigkeit, zügigem Fließen der Musik und der zupackenden Umsetzung der schrillen Momente. Er vermied einen allzu sentimentalen Umgang mit der Musik, ohne deren Schönheiten zu überspielen.
Wolfgang Denker, Nordsee-Zeitung, 06.01.2024
Was Marc Niemann und das Philharmonische Orchester Bremerhaven an differenziertem Klangzauber bescherten, hatte großes Format. Wuchtige, intonationssichere Blechbläser, ein seidiger Streicherklang und eine kluge Vorbereitung manch hochdramatischer Ausbrüche zeichneten die in jeder Hinsicht hörenswerte Wiedergabe aus.
Markus Wilks, Opernglas, Februar 2024
Dass sich das Philharmonische Orchester Bremerhaven in den letzten Jahren deutlich verjüngt hat, sieht man nicht nur beim Blick in den Orchestergraben, sondern hört es auch: Wie intonationsgenau die Blechbläser spielen und welch exquisite Farben die Holzbläser inzwischen anstimmen, das ist ganz große Klasse. Generalmusikdirektor Marc Niemann hatte "sein" Orchester wieder einmal präzise und detailliert einstudiert und animierte es in der besuchten 2. Vorstellung zu einem dramatischen, effektvollen Spiel mit vielen feinen Schattierungen und Klangfarben.
Wolfgang Denker, Weser-Kurier, 24.09.2023
Und eine weitere Trumpfkarte wird von Marc Niemann und dem Philharmonischen Orchester Bremerhaven gespielt. Niemann arbeitet alle klanglichen Feinheiten von Puccinis Musik sinnfällig heraus. Dramatik und Poesie werden hervorragend ausbalanciert. Die Folterszenen werden wuchtig angeheizt, der Beginn des dritten Aktes ist ein subtiles Klanggemälde.
Ute Schalz-Laurenze, Neue Musikzeitung, 24.09.2023
Und Marc Niemann mit dem Philharmonischen Orchester: Er langt mit vorwärtsstürmender Wucht zu, findet aber auch schöne und viele Zwischentöne, die das Orchester eindeutig in den Beifallsjubel miteinbezogen. Die orchestrale Qualität wirkte vor allem in einem unterschwellig lauernden und drohenden Charakter. Die Musik macht permanent neue Räume auf, wirkliche oder virtuelle oder seelische.
Christine Gorny, Radio Bremen 25.09.2023
Das Philharmonische Orchester Bremerhaven unter der Leitung von Marc Niemann hat diese konzentrierte und anrührende Inszenierung stimmig und gefühlvoll begleitet.
Ute Schalz-Laurenze, Neue Musikzeitung, 14.04.2023
Wolfgang Denker, Weser-Kurier, 27.03.2023
Fritz Herzog, General Anzeiger Bonn, 04.10.22
Markus Wilks, Opernglas, 10/2022
Ute Schalz-Laurenze, Neue Musik Zeitung, 18.09.2022
Stehende Ovationen gibt es Konzerten des öfteren, in der Oper seltener. Jetzt aber erhob sich nach der Premiere von Giuseppe Verdis „Macbeth“ in Bremerhaven geschlossen das ganze Publikum. Was hatte da so beeindruckt?
Ganz sicher die Musik unter der Leitung Marc Niemanns (Generalmusikdirektor seit 2014), der dem Philharmonischen Orchester Bremerhaven und dem Opernchor (Leitung: Mario El Fakih Hernández) einen enormen Reichtum an Farben, Gesten und Akzenten entlockte. Fast war es so, dass sich die Inszenierung von Verdis Außenseiter-Werk mit ihrer Wucht und Grellheit in der musikalischen Interpretation abspielte. Niemanns Dirigat zeigte die Konturen des Werks wunderbar: fahle Farben, erregende Crescendi, geisterhafte Stimmungen, bedrohliche Sounds, denen man kaum noch das traditionelle Sinfonieorchester anhörte.
Sebastian Loskant, Nordseezeitung, 18.09.2022
Im Philharmonischen Orchester unter Marc Niemann kam die Pariser Fassung von 1865 phänomenal zur Wirkung: rasant, prägnant und sehr atmosphärisch. Gleiches galt für den EChor und Extrachor von Mario El Fakih Hernandez, die bei allen Aktionen geschlossen und pointiert klangen. [...] Überall Königsklasse
Wolfgang Denker, Weser Kurier, 19.09.2022
Über die musikalische Seite lässt sich nur das Allerbeste sagen. Marc Niemann und das Philharmonische Orchester Bremerhaven spielen nicht nur hochkonzentriert und makellos. Sie setzen auch hochdramatische Akzente, geben mit genau den richtigen Tempi der Musik mitunter mitreißenden Schwung und lassen den Sängern Raum zum Atmen. Es ist eine Wiedergabe, die vom ersten bis zum letzten Takt fesselt und begeistert.
Marco Rainaldi, Sipario.it, 01.08.2022
Am letzten Abend des Cantiere di Montepulciano erschließt sich uns unter der perfekten Stabführung von Marc Niemann, die, wie wir nicht vergessen haben, die Interpreation von Colasantis Komposition so zwingend gestaltet hat, eine der atemberaubendsten Seiten des zweiten Klavierkonzerts von Sergej Prokofieff. [...] Und selbst in diesem Fall, wie bei Colasanti, möchte man, wenn das Ganze vorbei ist, den Stuhl nicht verlassen und weiter zuhören, so wie es bei Robert Schumanns Vierter Symphonie geschieht, die Niemann wie ein erfahrener Dirigent dirigiert, fast scheint es, als ob die Kraft des Komponisten in ihm steckt. Er ist sehr gut, er hat Flair, er hat Eleganz und vor allem ist er so präzise in seiner Interpretation, dass man auf eine große Kenntnis des Repertoires schließen kann. Die Rheinische ist außerdem eine Sinfonie, deren vierter Satz ein echter Choral ist, eine Verherrlichung von Bachs Genie, und wie wir wissen, liebte Schumann Johann Sebastian so sehr, dass er ihn als Schutzgottheit anrief. Ein großer Erfolg für das Orchestra Regionale Toscana, das es wieder einmal geschafft hat, nachzuweisen, dass es zu den besten Symphonieorchestern unseres Landes gehört. Kein Zweifel!
Elisabetta Torselli, giornale della musica, 20.07.2022
Die gute Nachricht war das glänzende und wirkungsvolle Dirigat von Marc Niemann und die hervorragende Leistung des La Filharmonie - orchestra filarmonica di Firenze trotz seiner sehr kleinen Besetzung; wenn man jedoch an vergangene Saisons zurückdenkt, hatte man im Grunde den Eindruck, dass die Tradition der Cantiere, kleine Meisterwerke des komischen Repertoires wieder aufleben zu lassen, ein wenig ins Stocken geraten ist. Nichtsdestotrotz ein herzlicher Erfolg.
Francesco Arturo Saponaro, musicpaper.it, 22.07.2022
Am Pult des Orchesters La Filharmonie - Orchestra Filarmonica di Firenze konzertierte und dirigierte Marc Niemann Instrumentalensemble und Stimmen mit geschmeidiger Sicherheit. So dass Donizettis Handschrift - witzig auch in einem Selbstzitat von Lucia - im dramatischen Zugriff, im Profil der Melodien, im expressiven Schliff, im drängenden Rhythmus deutlich hervortritt.
Gerd Klingeberg, Nordseezeitung, 24.06.2022
Unter der agilen, fordernd motivierenden Stabführung von Chefdirigent Marc Niemann intonierte das Orchester sorgsam die ersten, noch wenig wenig spektakulären Motive des Kopfsatzes, die unvermittelt von kraftvoll tumultuarischen Ausbrüchen abgelöst wurden. Die Ausführung des Ensmebles gerieten bestechend scharf konturiert und waren auf größtmögliche Transparenz des Gesamtklangs ausgelegt. Die häufigen, orchstral prägnant vollzogenen Wechsel zwischen gefällig freundlichen und widerborstig schroffen Passagen vermittelten eine hohe Spannungsintensität. Der Scherzo-Satz überzeugte mit konstanter rhythmischer Straffheit. Das springlebendige Staccato-Pulsieren. Im Trio-Mittelteil nur kurz unterbrochen, faszinierte ganz besonders bei flirrend spritzig angegangenen, mitunter fast spukhaft anmutenden Sequenzen.
Weihevoller Charakter
Kontrastierend weich legato-fließend und mit einem Hauch Melancholie erklang der nachfolgende Adagio-Satz. Niemanns Tempovorgaben unterstrichen dessen weihevollen Charakter, vermieden aber jedes Abdriften in Schwülstigkeit. Ausgezeichnet bruchlos gelangen die langbogig angelegten dynamischen Entwicklungen. Getoppt wurde dies alles vom gigantischen Finale, der mit chaotischen Orchesterdonner eingeleiteten Vertonung von Schillers Ode an die Freude.
[...] Tutti-Klangwogen gingen unter die Haut. Stürmischer Beifall, Bravorufe und Standing Ovations der rundum begeisterten Zuhörer für eine bestens gelungene Aufführung.
Wolfgang Denker, Weser Kurier, 03.05.2022
Der Komponist beschwört sphärische, zarte Töne, setzt auf Melodie und Gesangslinie, auf Tanzrhythmen wie Walzer und Polka und entfacht mit mächtigen Chorsätzen und expressiven Orchesterausbrüchen ein rauschhaftes Spektrum an Klängen. Es ist eine Musik, die einfach begeistert, zumal Marc Niemann am Pult des Philharmonischen Orchesters Bremerhaven für eine durchgängig spannende und überzeugende Wiedergabe sorgt. Allein die erste Szene ist an überwältigender Wirkung kaum zu übertreffen. Auch Chor und Extrachor (Mario El Fakih Hernández) zeigen sich dabei von ihrer besten Seite.
Sebastian Loskant, Nordseezeitung, 14.03.2022
Im Graben erweist sich Marc Niemann als idealer Strawinsky-Interpret. Präzision paart sich mit Delikatesse (zwei Flöten zur Solo-Trompete). Das Philharmonische Orchester ist ungeachtet kleiner Pannen, seinem anspruchsvollen Part jederzeit gewachsen. [...] Erneut tosender Beifall.
Michael Pitz-Grewenig, Das Orchester 6/2022
Generalmusikdirektor Marc Niemann entschlüsselte die komplexen Partituren intelligent. Dabei ging er mit äußerster Gewissenhaftigkeit vor, behielt aber auch die poetische Gestimmtheit, die diesen Werken innewohnt, im Auge. Das Philharmonische Orchester Bremerhaven musizierte mit souveräner Zuverlässigkeit.
Sebastian Loskant, Nordseezeitung, 13.10.2021
Bei GMD Marc Niemann klingt diese Musik so souverän wie ein Repertoirestück. Hinreißend locker glückt das Scherzo mit dem Fagott-Quartsprung g-d und dem amüsanten Pizzikato-Schluss, eindringlich das Andante mit seinem Hornchoral. Nur am ständig abbremsenden Finale hat sich Frau Kashperova verhoben, die Steigerung à la Bruckner wirkt trotz der imposanten Blech-Klangkrone recht gewaltsam. [...] Wieder eine glanzvolle Komponistin entdeckt. Marc Niemann zeigt bei seinen Eroberungen Geschmack.
Markus Wilks, Opernglas, 11/2021
GMD Marc Niemann betonte einerseits das Luftige, Leichte, wie man es aus Offenbachs Operetten kennt, andererseits animierte er das zumeist sehr gut aufgelegte Philharmonische Orchester zu einem klanggewaltigen Spiel wie in einer Verdi-Oper.
Michael Stange, IOCO 11.11.2021
Marc Niemann und das Philharmonische Orchester Bremerhaven haben einen entscheidenden Anteil am Gelingen der Produktion. Hintergründig, mit warm französischem Klang wird rund, differenziert und einfühlsam musiziert. Durch Tempo- und Klangmodulationen werden Barcarole und andere Evergreens vor Verkitschung bewahrt und das Werk mit Dramatik, Tiefsinn und musiklaischem Feuer gespielt.
Sebastian Loskan, Nordseezeitung, 28.09.2021
Fabelhaftes lässt sich auch aus dem Graben vermelden. Viele schöne Soli, fantastisches Geigenflirren, ein knuspriges Hornintermezzo: Das Philharmonische Orchester unter GMD Marc Niemann setzte Michael Kayes Fassung flüssi um, brillierte mit Operettenrasanz, Lyrik und Dramatik gleichermaßen.
Sebastian Loskant, Nordseezeitung, 23.06.2021
Marc Niemann hatte hier minutiöse Probenarbeit geleistet, zauberte Witz und Charme hervor. Er pointierte die markanten Auftritte von Pauke und Fagott ebenso wie das elegante Hin und Her zwischen Streichern und Holzbläsern im Kopfsatz, die Betonung der tiefen Orchesterregister im Adagio und die tänzerische Melancholie des Scherzos.
Gerd Klingenberg, Weser Kurier, 27.02.2020
Schon die Introduktion bot Gänsehautmomente. Dumpfes Tiefbassgrummeln zunächt, dann feierlich aufstrebende Trompetenfanfaren, schließlich ein gleißend strahlendes Orchester-Tutti: Ein herrlicher "Sonnenaufgang". [...] das straffe Dirigat von Marc Niemann hielt den Riesenapparat auf klarem Kurs. Nach lediglich zweiwöchiger Probenzeit agierte das Ensemble in bester Geschlossenheit, lief vor allem, wenn es um besonders schnelle und lautstarke Partien ging, zu Höchstform auf. Wellenförmig ging das Auf und Ab zwischen Gefühlsüberschwang und Ruhe, zwischen Leidenschaft und Lebensüberdruss, so wie es in den Kapitelüberschriften der Komposition angegeben ist.
Gerd Klingenberg, Nordsee Zeitung, 20.06.2019
Aus dem anfänglich geheimnisvoll anmutenden Streichertremolo und dem darüber liegenden Hornmotiv formen sich unversehens gigantische Klangballungen, bei denen das Orchester sein volles Tutti-Potenzial ausspielt. Mit Niemanns weitbogig angelegter Phrasierung entstehen opulente vielfarbige Bilder; wie konkret und plastisch diese jeweils empfunden werden, bleibt der Phantasie der Zuhörer überlassen. Gefällig und lieblich, dazu mit imitierten Vogellauten angereichert, erklingt der ruhig pulsierende zweite Satz, bei dem Celli und Violen vor zartem Pizzicato-Hintergrund klangvolle Melodien verströmen. Zum ersten Höhepunkt wird das scharf konturierte, sehr präzis ausgeführte Scherzo, mit seiner charakteristischen, mehrfach einfallenden Blechbläser-Motivik einer wilden Parforce-Jagd, die indes unversehens von bukolischer Schönklangschwelgerei unterbrochen wird. Selbst dies wird schließlich noch getoppt von der gleißend kolorierten, kurzzeitig nehazu im Nichts verebbenden, aber aus schier unerschöpflichen Energiereserven immer wieder neu gespeisten Opulenz des mitreißen gespielten Fortissiom-Finales. Bravo-Rufe und donnernder Beifall für ein berauschendes Saisonabschlusskonzert, das Lust auf die nächste Spielzeit macht.