Marc Niemann entschlüsselte die komplexen Partituren intelligent, behielt aber auch die poetische Gestimmtheit im Auge."

Michael Pitz-Grevenig über sacre du printemps und Petruschka in "Das Orchester" 6/2022

"Marc Niemann und das Orchester haben einen entscheidenden Anteil am Gelingen der Produktion. Hintergründig, mit warm französischem Klang wird rund, differenziert und einfühlsam musiziert"

Michael Stange in IOCO über "Les contes d'Hoffmann"


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AKTUELLES

Sinfonie Nr.5 von Anton Bruckner zum Saisonabschluss

Marc Niemann dirigiert am 17./18. und 19. Juni zum Saisonabschluss die 5. Sinfonie B-Dur von Anton Bruckner und leistet damit einen Beitrag zum Brucknerjahr anlässlich des 200. Geburtages des großen österreichischen Sinfonikers. Dieses monumentale Werk bezeichnet in Bruckners Schaffen die volle Entwicklung seiner individuellen Klangsprache und beeindruckt durch die perfekte Ausgewogenheit des Verhältnisses zwischen Form und Gehalt.

Bruckner hat das Werk, das er als seine "Phantastische" bezeichnet hat, nie im Konzert hören können, da er die Uraufführung 1894 aus gesundheitlichen Gründen nicht besuchen konnte.

An der Seite dieses verklärten Meisterwerkes steht der "Symphonische Epilog" des tschechischen Komponisten Hans (Hanuš) Winterberg (1901-1991), der als Sohn eines Rabbis in Prag geboren, die Schrecken des Holocaust in Theresienstadt überlebt hat. Nach dem Krieg emigiriert er in die junge Bundesrepublik und entwickelte seine Tonsprache, von der er selbst sagte, er habe "ursprünglich von Arnold Schönberg ausgehend, schließlich einen Weg polyrhythmischer und polytonaler Prägung gefunden."

Sein Werk war bis vor Kurzem nicht öffentlich zugänglich und wird nun als Entdeckung vielerorts gefeiert. Der Symphonische Epilog erlebt beim Philharmoniuschen Orchester Bremerhaven seine zweite Aufführung nach der Uraufführung 1952.

Neuerscheinung mit Weltersteinspielung von Werken Hans Schaeubles

Am 10.05.2024 ist eine neue Aufnahme mit Werken des Schweizer Komponisten Hans Schaeuble beim Label Solo Musica München erschienen. Der Bremerhavener Generalmusikdirektor Marc Niemann, der mit seinen Ausgrabungen von selten gespieltem Repertoire international Aufsehen erregt hat, hat diese Aufnahme im vergangenen Oktober mit der renommierten Sinfonietta Riga eingespielt, die weltweit mit bedeutenden Dirigent:innen und Solist:innen konzertiert und deren zahlreiche Aufnahmen vielfach ausgezeichnet wurden - u.a. mit dem begehrten Grammy.

Die Serenade für Streichorchester op. 42 aus dem Jahr 1956 ist nicht nur als Weltersteinspielung auf dieser Aufnahme zu finden, vermutlich haben Marc Niemann und die Rigaer Musiker:innen dieses Werk zur Uraufführung gebracht, da bisher keine Aufführung überliefert ist. Daneben präsentiert die Aufnahme das eher düstere Klavierkonzert op. 50 (komponiert 1967) mit dem Pianisten Oliver Triendl, dessen Diskographie fast 150 Aufnahmen umfasst, und das heitere und leichtfüßige Concertino für Oboe und Streichorchester op. 44 aus dem Jahr 1959, für das der international renommierte Oboist Kai Frömbgen als Solist gewonnen werden konnte.

„Hans Schaeubles Musik verbindet auf ganz individuelle Art lyrisch-melodiöse Passagen mit hochvirtuoser Motorik à la Strawinsky und fächert dabei ein sehr weites Ausdrucksspektrum auf. Dass Musik von so einer atmosphärischen Dichte und einer ganz eigenen Tonsprache vollkommen vergessen werden konnte ist nicht nur schade, sondern unverständlich!“ (Marc Niemann)  

Der Schweizer Hans Schaeuble (1906-1988) übersiedelte nach einem Studium in Leipzig nach Berlin und zählte in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg zu den hoffnungsvollsten Talenten der jungen Komponistenszene. Eines seiner Orchesterwerke wurde sogar von den Berliner Philharmonikern aufgeführt. Gegen Ende des Krieges kehrte er in seine eidgenössische Heimat zurück, wo man ihm politische Nähe zu den Machthabern des Dritten Reiches unterstellte. Vielleicht war dies der Hauptgrund, dass seine tonale und neoklassizistisch orientierte Musik in der Nachkriegszeit kaum mehr aufgeführt wurde. Schaeuble zog sich enttäuscht in ein Eigenbrötlerdasein zurück und unterzog in den letzten Jahrzehnten seines Lebens seine Partituren aus Jugendzeiten immer neuen Überarbeitungen.

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